(2002) "Hexenjagd" von Arthur Miller
Zur Inszenierung

Wir haben aus Hexenjagd ein zeitloses Stück gemacht, ohne Bezug zu Epochen und deren Besonderheiten. Was im Stück passiert, ist weder an eine bestimmte Zeit noch an einen bestimmten Ort gebunden. Es bleibt den Assoziationen des Zuschauers überlassen, wo und wann er die Handlung ansiedelt.

Wir haben Rollen zusammengelegt, sie im Probenprozess an die jungen Darsteller angepasst. Die Orginal-Namen wurden eingedeutscht, so heißt beispielsweise Marie Warren in unserer Fassung Marie Dörfel. Der Gouverneur ist zu einem hohen Richter umgeschrieben worden und die zwei Kinder der Familie Proctor (Lilli und Max) treten hier ungewöhnlicherweise tatsächlich auf.

Das Puplikum wird in unserer Inszenierung mit einbezogen. Einzelne Darsteller befinden sich als ganz normle Zuschauer im Zuschauerraum. Die Befragung des Pastors Holl richtet sich auch an die Theaterbesucher. Der Schluss bleibt offen. Die Frage, warum die Zuschauer nichts unternehmen, soll zum Nachdenken und zu Diskussionen anregen.

Unsere Fassung des Stückes weist in ihrer Inszenierung und Bearbeitung Merkmale des Epischen Theaters im Sinne Brechts auf. Das Textbuch war Ausgangsmaterial für die Entwicklung der Szenen. Einstudiert wurde über die Mittel der Nachahmung und der Kritik. Haltungen wurden eingenommen, Verhaltensmuster wurden hergestelt.



Wie im Epischen Theater üblich arbeiten auch wir bei der Produktion Hexenjagd mit Verfremdungseffekte. Das Bühnenbild, die Kostüme, die Musik. Die Großgrundbesitzer-Familie Putmann erinnert z.B. an gackernde Hühner mit roten Haaren. Die Handlung wird ganz im Sinne Brechts, angereichert durch musikalische Kommentare. Ziel der Inszenierung ist es, als gesellschaftliches Lehrstück auf der Bühne zu erscheinen, sowohl für den Darsteller als auch für den Zuschauer.

Das Bühnenbild ist eine transportable selbstehende Guckkastenbühne. Die Bühne besteht aus einem Impregnierten Holzgestell, an dem Stoff oder Wände befestigt werden. Im Hintergrund befindet sich eine 9 Meter breite und 4 Meter hohe imprägnierte Papierwand, die im Laufe des Stückes so eingerissen wird, daß ein X entsteht. Dieses Symbol für das Unbekannte zieht sich durch die ganze Inszenierung.

Joerg Mohr

Inszenierung: Joerg Mohr
Darsteller: Andreas Bagattini, Stephan Bießmann, Christian van der Bosch, Anja Boyne, Daniela Boyne, Alexander Finzer, Juliane Floß, Benjamin Götzmann, Klaus Herdel, Christoph Kaiser, Aron Kurzhahn, Katharina Lambert, Anna Maisch, Christiane Pfeiffer, Christine von Pressentin, Tina Scheuermann, Eckart Scholl, Stefanie Schmitt , Linda Sobbe